Vorratskammer: regional, bio, online

Interessant fand ich die Idee der Vorratskammer, auf die ich in den sozialen und regionalen Medien aufmerksam wurde, von Anfang an: hochwertige, regionale Produkte online anzubieten und an zentralen Orten abholen sowie bezahlen zu lassen. Aber, so fragte ich mich skeptisch, wo bleibt am Computer das Einkaufserlebnis? Und wie funktioniert das System überhaupt? Magdalena Glasner und Martina Follner von der Vorratskammer haben mir ausführlich Auskunft gegeben.

Vorratskammer: Bioprodukte aus der Region
Magdalena Glasner und Martina Follner in der Vorratskammer (Foto: Vorratskammer)

Es sei die Intention gewesen, einerseits die regionale Wirtschaft zu unterstützen und andererseits dem Käufer Wege zu Bauernhöfen zu ersparen, die zur Gründung der Vorratskammer führte. Das Konzept dahinter ist einfach. Regionale Anbieter erhalten durch die Vorratskammer die Chance, ihre Produkte unkompliziert und zu fairen Konditionen zu vermarkten. Dem Konsumenten eröffnet sich per Mausklick eine breite Palette an regionaler Bio-Ware, die er ansonsten weder kennen noch im Zuge einer realen Einkaufstour mit vernünftigem Zeitaufwand in seinen Einkaufskorb packen könnte.

 

Damit das System logistisch und softwaretechnisch funktioniert, ist die Vorratskammer NETs.werk Partner. Die Lieferanten regionaler Produkte kommen zum überwiegenden Teil aus Oberösterreich, waren entweder schon im NETs.werk organisiert oder wurden von Magdalena und Martina bei Touren durch die Lande für die Vorratskammer akquiriert. Alle Produzenten sind entweder als Biobetrieb zertifiziert oder befinden sich in Umstellung auf biologische Landwirtschaft. Zu den meisten Bauern besteht reger persönlicher Kontakt.

 

Mit dem fixen Sortiment plus saisonalen Produkten deckt die Vorratskammer praktisch das Vollsortiment für einen Wocheneinkauf ab. Was im Online-System vorhanden ist, ist auch verfügbar. Zusätzliche Einkaufsquellen wären im Grunde gar nicht notwendig. Sollte jemand spezielle Produktwünsche äußern, werde versucht, einen passenden Produzenten zu finden.

 

Bleibt da nicht das Einkaufsvergnügen auf der Strecke, wenn online geordert wird? Für mich persönlich ist regionale Produkte besorgen Einkaufslust pur, die ich regelmäßig am Wochenmarkt als Erlebnis für alle Sinne zelebriere. Schauen, was die Saison gerade hergibt und gustieren. An frischen Kräutern schnüffeln und den potentiell knackigsten Salat auswählen. Mit den Marktfieranten plaudern und eine Kostprobe ergattern.

 

Viele hätten nicht die Zeit für Einkaufstouren, meinen Magdalena und Martina. Denen käme es sehr entgegen, in Ruhe und zu welcher Tageszeit auch immer ihre Bestellung aufzugeben und den gesamten Einkauf abzuholen oder abholen zu lassen. An Bestellmustern erkenne man, dass sich die Kunden durchs Sortiment probieren, quasi Kostproben bestellen, bis sie ihre bevorzugten Artikel gefunden haben. Um für die Kunden den direkten Kontakt zum Hersteller zu ebnen, werden Exkursionen zu den Bauernhöfen angeboten.

 

Tatsächlich kann Einkaufen auch in Stress ausarten, wenn die Zeit knapp wird, die Schlangen beim Anstellen lang, der Einkaufskorb beim Tragen schwer oder einem der Vordermann das im Geiste bereits ausgewählte Gustostück vor der Nase wegschnappt. Das alles gibt es in der Vorratskammer nicht. Dafür eine riesige Auswahl an speziellen, nicht an jeder Ecke erhältlichen Produkten, wie mir ein virtueller Streifzug durch den Shop beweist.

 

Mein Fazit

Ein vorbildliches Konzept, das durch Regionalität, engen Kontakt zu den Produzenten und Nachhaltigkeit punktet.

Wer über wenig Zeit zum Einkaufen oder eingeschränkte Mobilität verfügt, findet in der Vorratskammer eine tolle Möglichkeit, an Bio-Produkte von regionalen Betrieben zu kommen.

Für mich eine zusätzliche Einkaufsquelle zum Wochenmarkt, die ich gleich mal ausprobieren werde.

 

www.vorratskammer.at

 

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