Fips & Resi: die Homestory

Zu Besuch bei Fips und Resi. Ich möchte die Helden meines Blogs in ihrem ganz privaten Umfeld kennenlernen, bevor es dafür zu spät ist. Neugierde prägt die Begrüßung auf beiden Seiten, und mir wird klar. Fips und Resi fühlen sich wohl am Bauernhof. Sauwohl.

Servus Resi! Besuch ist da!
Servus Resi! Besuch ist da!

Verspielt, neugierig und aufgeweckt beschreibt der Bauer seine Schweine. Am liebsten wühlen und graben sie herum. Es werde ihnen schnell langweilig, und dann müsse man sie mit Aufgaben beschäftigen. Sonst würden sie Blödsinn anstellen. Eine spannende Aufgabe haben sie ja gerade, denke ich. Mich kennenlernen. Und wie es scheint, gefällt ihnen die Abwechslung, denn sie versuchen gleich, mit mir anzubandeln.

 

Das Wichtigste im Leben von Fips und Resi ist das Fressen. Das Feinschmeckermenü besteht aus Heu, bevorzugt in feiner Qualität mit Blüten, Heusamen, Gras, Gerstenschrot und etwas Küchenabfällen, wobei nicht alle Abfälle geeignet sind. Industriefutter, mir fällt dazu der Ausdruck "Schweinefastfood" ein, steht nicht am Speiseplan.

 

Ob sie nur im Stall seien, möchte ich wissen. Nein, erfahre ich, Fips und Resi dürfen auch in den eingezäunten Außenbereich, gehen aber gerne in den Stall zurück. Wichtig sei nur, dass sie nicht durch den Zaun brechen könnten. Denn dann würden sie ihrer Neugier und ihrem Spieltrieb folgen und ausbüxen, um die Umgebung zu erkunden.

 

Fast ein ganzes Jahr dürfen Fips und Resi ihr Schweinedasein am Bauernhof genießen. Dann wird es eng für sie.

"Kritisch wird´s, wenn sie am Abend nichts zu fressen kriegen", erklärt der Bauer und grinst. Der Schein, also die Mondphase muss zum Schlachten passen. Der richtige Zeitpunkt ist der abnehmende Mond, weil er sich positiv auf Saft und Aroma des Fleisches auswirkt. Der Abtransport der Schweine erfolgt so schonend wie möglich. Zurück kommen Schweinehälften, die für den Eigenbedarf der Bauernfamilie bestimmt sind. Verwertet wird praktisch alles. Speck, Würstel, Bratl, Schnitzel und Co ernähren die Familie, während sich die Nachfolger von Fips und Resi ein schönes Schweineleben am Hof machen.

 

"Was der Bauer nicht kennt, das (fr)isst er nicht."

 

Dieser Ausspruch, den wir in der Stadt eher abwertend für Leute verwenden, die alles, was exotischer als ein Wiener Schnitzel ist, nicht auf ihren Teller lassen, erhält für mich eine ganz neue Bedeutung. DER Bauer kennt nämlich tatsächlich genau, was er isst. Und er wäre echt blöd, wenn er stattdessen Industrieware kaufte, deren Inhaltsstoffe quasi ein halbes Chemielexikon füllen könnten.


Hast du dir schon mal Gedanken gemacht, was wir mit unserem täglichen Essen so alles in uns hineinschaufeln? Und was das mit unserem Körper macht?

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0